
Schauspiel
Christa Ludwig wurde in eine musikalische Familie hineingeboren. Ihr Vater Anton Ludwig war SĂ€nger und Opernintendant, ihre Mutter Eugenie Besalla-Ludwig war Altistin und GesangspĂ€dagogin. Die Mutter war die einzige Gesangslehrerin ihrer Tochter; bis weit hinein in den Verlauf der Karriere ihrer Tochter beobachtete und förderte sie deren stimmliche Entwicklung. Im Alter von 17 Jahren hatte Christa Ludwig ihren ersten öffentlichen Auftritt in GieĂen. Ein Jahr spĂ€ter wechselte sie an die Oper Frankfurt und debĂŒtierte als Prinz Orlowsky (Die Fledermaus). Bis 1952 blieb sie in Frankfurt am Main. Es folgten Engagements an die Landestheater Darmstadt (1952 bis 1954) und Hannover (1954 bis 1955). WĂ€hrend der Jahre in Frankfurt und Darmstadt wirkte Christa Ludwig regelmĂ€Ăig bei den Donaueschinger Musiktagen fĂŒr zeitgenössische Tonkunst mit und sang Werke von Luigi Dallapiccola, Pierre Boulez und Luigi Nono. 1955 verpflichtete Karl Böhm sie an die Wiener Staatsoper. Sie wurde dort eine der wichtigsten SĂ€ngerinnen und 1962 zur KammersĂ€ngerin ernannt. Fast 40 Jahre war sie Mitglied des Ensembles. Ebenfalls 1955 debĂŒtierte sie bei den Salzburger Festspielen und sang dort bis 1993. Ab den 1960er Jahren sang sie bei den Bayreuther Festspielen (BrangĂ€ne und Kundry) sowie an der MailĂ€nder Scala (mit Maria Callas) und am Royal Opera House in Covent Garden, London. Auch im auĂereuropĂ€ischen Ausland hatte Christa Ludwig Erfolg. Nach ihren Auftritten an der Lyric Opera in Chicago wurde sie von Rudolf Bing an die Metropolitan Opera New York geholt, wo sie 1959 als Cherubino (Le nozze di Figaro) debĂŒtierte. Bis 1993 sang sie dort wichtige Rollen wie Leonore (Fidelio), Dido (Les Troyens), Ortrud, Kundry, Marschallin, Waltraute, Fricka. Zu ihrem weiteren Repertoire zĂ€hlten auch folgende Partien: Eboli (Don Carlos), Amneris (Aida), Lady Macbeth (Macbeth), Carmen, BrangĂ€ne (Tristan und Isolde), Venus (TannhĂ€user), Octavian (Der Rosenkavalier), Komponist (Ariadne auf Naxos), FĂ€rberin (Die Frau ohne Schatten), KlytĂ€mnestra (Elektra), Marie (Wozzeck) und Judith (Herzog Blaubarts Burg). Neben ihrer OperntĂ€tigkeit gab Christa Ludwig Liederabende in aller Welt und wirkte als Solistin bei Chor- und Orchesterkonzerten mit. Ihre bevorzugten Liederkomponisten waren Schubert, Schumann, Brahms, Wolf, Mahler, Pfitzner und Strauss. Mit der Fricka (Die WalkĂŒre) hatte Christa Ludwig 1993 ihren letzten Auftritt an der Metropolitan Opera in New York. 1993 und 1994 gab sie weltweit ihre Abschiedstournee mit einem Liedprogramm. Am 14. Dezember 1994 verabschiedete sie sich nach einer fast fĂŒnfzigjĂ€hrigen BĂŒhnenkarriere in der Wiener Staatsoper als KlytĂ€mnestra von ihrem BĂŒhnenpublikum. Die wichtigsten Dirigenten, die ihre Karriere begleiteten, waren Karl Böhm, Herbert von Karajan und Leonard Bernstein. In ihrer Karriere traf Christa Ludwig mit den groĂen SĂ€ngerpersönlichkeiten der Opernwelt zusammen, u. a. mit Elisabeth Schwarzkopf, Maria Callas, Anna Moffo, Franco Corelli, Ileana Cotrubas, Edita GruberovĂĄ, Fritz Wunderlich, PlĂĄcido Domingo, Dietrich Fischer-Dieskau, Luciano Pavarotti etc. Von 1957 bis 1970 war sie mit dem SĂ€nger Walter Berry (1929â2000) verheiratet, mit dem sie einen gemeinsamen Sohn hat. 1972 heiratete sie den französischen Schauspieler und Regisseur Paul-Ămile Deiber (1925â2011). Sie lebte in der NĂ€he von Wien.