
Schauspiel
1916 machte er sein Abitur am Wilhelmsgymnasium MĂŒnchen Er studierte auf Wunsch seines Vaters Philosophie, nahm aber heimlich von 1914 bis 1916 bei Albert SteinrĂŒck Schauspielunterricht. An einer MĂŒnchner StudentenbĂŒhne gab er 1916 sein DebĂŒt in einer Inszenierung SteinrĂŒcks. Sein erstes Engagement erhielt er 1916/17 am Hoftheater MĂŒnchen. Seine nĂ€chsten Stationen waren NĂŒrnberg (1917/18), Frankfurt am Main (1918/19) und das Lobe-Theater in Breslau (1919â1921). Leopold JeĂner holte ihn 1923 an das Staatstheater Berlin. Von 1924 bis 1927 war er am Deutschen Theater engagiert, wo er 1924 als George Garga in Brechts Im Dickicht der StĂ€dte und als Grand in der UrauffĂŒhrung von Bronnens Anarchie in Sillian auffiel. Herbert Ihering schrieb am 7. April 1924 im Berliner Börsen-Courier: âDie AuffĂŒhrung stand unter dem Bann der phĂ€nomenalen Leistung von Walter Franck als Grand.â Er kehrte dann wieder an das Staatstheater zurĂŒck, wo er bis 1944 viele tragende Rollen ĂŒbernahm. Man sah ihn in der Titelrolle von Hauptmanns Florian Geyer (1927) und der des Woyzeck (1927), MilliardĂ€rssohn in Kaisers Gas I (1928, Schillertheater), Brackenburg in Egmont (1928), Kreon in König Ădipus (1929), Scott in Goerings Die SĂŒdpolexpedition des KapitĂ€n Scott (1930), Brutus in Julius CĂ€sar (1930), Octavio in Wallenstein (1931), Karl in Die RĂ€uber (1932), als Faust in Faust II (1933), Friedeborn in Das KĂ€thchen von Heilbronn (1937), Eduard IV. in Richard III. (1938), Cassius in Julius CĂ€sar (1941) und Erzherzog Matthias in Grillparzers Ein Bruderzwist im Hause Habsburg (1942). 1926 wirkte er in seinem einzigen Stummfilm Die Abenteuer eines Zehnmarkscheines mit, 1927 wurde er Lehrer fĂŒr Rollenstudium an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin. Bereits 38-jĂ€hrig wandte er sich 1934 erneut dem Film zu, wo er meist kleinere Charakterrollen ĂŒbernahm. In dem Historienfilm Bismarck war er 1940 als der französische Kaiser Napoleon III. zu sehen. Nach Kriegsende agierte er am Hebbel-Theater und am Renaissance-Theater in Berlin. Er spielte unter anderem Jean in Strindbergs FrĂ€ulein Julie (1946). Gastspiele fĂŒhrten ihn nach Hamburg, MĂŒnchen und zu den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. Von 1952 an war er am Schillertheater und am Schlossparktheater tĂ€tig. Er spielte unter anderem Philipp in Bruckners Elisabeth von England (1953), CĂ€sar in Shaws CĂ€sar und Cleopatra (1955), Philipp in Don Carlos (1955) und Krapp in Samuel Becketts Das letzte Band (1959). 1953 erhielt Franck das Bundesverdienstkreuz (Steckkreuz) und 1956 das GroĂe Verdienstkreuz, 1955 den Berliner Kunstpreis und 1961 den Deutschen Kritikerpreis. Er war Mitglied der Berliner Akademie der KĂŒnste. Nach seinem Tod, der ihn auf einer Urlaubsreise in Garmisch-Partenkirchen ereilte, schrieb Friedrich Luft in Theater heute, Heft 9 ĂŒber ihn: âWalter Franck schien geschaffen, alle ĂbeltĂ€ter, alle Brunnenvergifter, alle Schubjaks und Teufel der groĂen Weltliteratur zu spielen. Und er spielte sie ziemlich alle â und er spielte sie grandios.â Beigesetzt ist Walter Franck auf dem Friedhof Garmisch in Garmisch-Partenkirchen. Quelle: Wikipedia