
Schauspiel
Charlotte Lucy Gainsbourg (* 21. Juli 1971 in London; eigentlich Charlotte Lucy Ginsburg) ist eine französische Schauspielerin und SĂ€ngerin. Ihre erste Rolle in dem 1984 veröffentlichten Film Duett zu dritt erhielt Gainsbourg mit zwölf Jahren auf Vermittlung ihrer Mutter Jane Birkin. Zwei Jahre spĂ€ter wurde sie mit dem CĂ©sar als beste Nachwuchsdarstellerin fĂŒr ihre Darbietung in dem Film Das freche MĂ€dchen (1985) von Claude Miller ausgezeichnet. Die zweite Zusammenarbeit mit Miller in Die kleine Diebin (1988) nach einem Drehbuch von François Truffaut brachte ihr drei Jahre spĂ€ter die erste CĂ©sar-Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin ein. FĂŒr den Film Die Zeit mit Julien (1988) von AgnĂšs Varda stand sie zusammen mit ihrer Mutter, ihrer jĂŒngeren Halbschwester Lou Doillon und AgnĂšs Vardas Sohn Mathieu Demy vor der Kamera. Schlagzeilen machte der Film Charlotte for Ever, der 1986 erschien, als Gainsbourg gerade fĂŒnfzehn Jahre alt war. Der Film thematisiert die erotische Liebe zwischen Vater und Tochter, den Inzest. Ebenfalls von einem Inzest, diesmal zwischen Geschwistern, handelte 1993 der Film Der Zementgarten nach dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan unter der Regie ihres Onkels Andrew Birkin. Mit Yvan Attal bildete Gainsbourg mehrmals ein Filmpaar vor der Kamera, erstmals 1991 in Eric Rochants EntfĂŒhrung aus Liebe und 1992 in Jacques Doillons Amoureuse. 1996 schloss sich der gemeinsame Auftritt in Marion Vernouxâ Dreiecksbeziehungskomödie Love, etc. an. 2001 sowie 2004 folgten Attals eigene Regiearbeiten Meine Frau, die Schauspielerin und Happy End mit Hindernissen. Im Jahr 2000 erhielt Gainsbourg einen weiteren CĂ©sar, diesmal in der Kategorie Beste Nebendarstellerin fĂŒr DaniĂšle Thompsons RegiedebĂŒt La BĂ»che (1999). Im Herbst 2008 drehte sie an der Seite von Willem Dafoe unter der Regie von Lars von Trier den Horrorthriller Antichrist, der ihr den Darstellerpreis der 62. Filmfestspiele von Cannes, die dĂ€nische Bodil und eine Nominierung fĂŒr den EuropĂ€ischen Filmpreis einbrachte. Weitere Nominierungen fĂŒr den EuropĂ€ischen Filmpreis erhielt sie fĂŒr die erneute Zusammenarbeit mit Lars von Trier: 2011 fĂŒr Melancholia, wo sie als pragmatische Schwester von Kirsten Dunst zu sehen war, und 2014 fĂŒr den wegen seiner expliziten Sexszenen kontrovers diskutierten Film Nymphomaniac, in dem sie eine Nymphomanin verkörperte. FĂŒr ihre schauspielerische Leistung in FrĂŒhes Versprechen von Ăric Barbier war sie 2018 ein weiteres Mal fĂŒr den CĂ©sar als beste Hauptdarstellerin nominiert.