Schauspiel
Philippe Louis Henri Marie de ChĂ©risey, 9. Marquess de ChĂ©risey (13. Februar 1923 â 17. Juli 1985), war ein französischer Schriftsteller, Radiokomiker, Surrealist und Nebendarsteller (unter dem KĂŒnstlernamen AmĂ©dĂ©e). Bekannt wurde er vor allem durch die von ihm angefertigten gefĂ€lschten Pergamente, die 1967 in GĂ©rard de SĂšdes Buch âLâOr de Rennesâ veröffentlicht wurden. Sie entstanden im Rahmen seiner Beteiligung am Priorat-von-Sion-Schwindel (1962â1983). De ChĂ©risey stammte aus einer wohlhabenden Familie in Lothringen und entschied sich gegen den Willen seiner Familie fĂŒr eine Schauspielkarriere. Er schrieb sich 1946 an der Schauspielschule RenĂ© Simon ein und begann dort seine Schauspielausbildung. Sein bekanntester Filmauftritt war 1952 in âJeux interditsâ. Er galt als Lebemann, genoss regelmĂ€Ăig Wein und besuchte hĂ€ufig öffentliche Bibliotheken, wo er seiner natĂŒrlichen Neugier nachging und allem nachging, was ihn interessierte. Philippe de ChĂ©risey war ein AnhĂ€nger der surrealistischen Bewegung. Er behauptete, EugĂšne Ionesco gekannt zu haben und war wie dieser Mitglied des Kollegiums der Pataphysik, obwohl es â Ă€hnlich wie bei seiner Mitgliedschaft in Oulipo â keine Belege fĂŒr eine aktive Beteiligung gibt. Sein Bestreben, die Normen der Kultur zu untergraben oder, anders gesagt, eine alternative RealitĂ€t zu erschaffen, die realer als die RealitĂ€t selbst erscheinen sollte, verfolgte er im Kontext des Priorats von Sion und um die Behauptung zu untermauern, Pierre Plantard sei ein direkter Nachkomme Dagoberts II. Er sah sich seit seinen Tagen beim französischen Radio als Satiriker und fĂŒhrte diese Persona im Kontext des Priorats von Sion fort, indem er sich selbst als Schelm bezeichnete. Das bekannteste Beispiel hierfĂŒr ist seine esoterische Novelle Circuit (ursprĂŒnglich 1968 geschrieben, aber erst 1971 in der BibliothĂšque nationale de France hinterlegt).