
Schauspiel
Robert Douglas Finlayson (* 9. November 1909 in Bletchley, Vereinigtes Königreich; â 11. Januar 1999 in Encinitas, Kalifornien, Vereinigte Staaten) war ein britischer Schauspieler mit Nachkriegskarriere als Edelschurke in Hollywood. Kurz nach Anbruch des Tonfilmzeitalters fand Douglas auch BeschĂ€ftigung vor der Kamera; bereits seine zweite Kinoproduktion war die Adaption seines Londoner BĂŒhneneinstandes. Douglasâ Kinokarriere in den 1930er Jahren mit durchgehend mehr oder weniger groĂen Nebenrollen verlief bis zu seiner Einberufung zum Kriegsdienst 1939 ohne gröĂere Höhen. Immerhin konnte er 1937 mit der zweiten Hauptrolle als englischer Matterhorn-Besteiger Edward Whymper in âThe Challengeâ, der britischen Version von âDer Berg ruftâ, an der Seite von Luis Trenker spielen. 1947 entschloss sich Robert Douglas zur Ăbersiedelung in die USA. Im Hollywood der ausgehenden 1940er und frĂŒhen 50er Jahre fand der oftmals dĂŒster und grimmig blickende Mime rasch Anschluss an das Filmgeschehen. Gleich im ersten Film, mit dem ihn der Durchbruch in Hollywood gelang, âDie Liebesabenteuer des Don Juanâ, einer Mischung aus Romanze und Degenfecht-Abenteuer, spielte er den durch und durch gewissenlosen und schurkischen Gegenspieler Errol Flynns, den rabenschwarzhaarigen, durchtriebenen, spanischen Herzog de Lorca, der fĂŒr seinen Verrat am spanischen Königtum von Flynn im Zweikampf erdolcht wird. Fortan wurde Douglas, ausgestattet mit einem hauchdĂŒnnen Oberlippenbart, von seinen Arbeitgebern Warner Bros. und MGM als eleganter aber charakterloser Mann von Welt eingesetzt. In diesem Fach agierte Douglas in hochwertig produzierten Farbfilmen als Gegenspieler von Stars erster GĂŒte, neben Stewart Granger (âIm Schatten der Kroneâ), Burt Lancaster (âDer Rebellâ) und Robert Taylor (âIvanhoeâ) auch erneut Flynn (âKim â Geheimdienst in Indienâ). In Billigproduktionen wie âMystery Submarineâ und âTarget Unknownâ lieĂ man Douglas das Klischee eines sinistren, adeligen Nazi-Offizierschurken spielen. Sporadisch, vor allem zu Beginn seiner US-Karriere, vertraute man Robert Douglas Hauptrollen an, allerdings nur in kostengĂŒnstigeren B-Produktionen (âEin Fall fĂŒr Detektiv Landersâ, âThe Decision of Christopher Blakeâ). 1955 beendete Douglas weitgehend seine KinotĂ€tigkeit und ging fĂŒr ein Jahr nach New York, wo er 1956, durchgehend erfolglos, am Broadway vier StĂŒcke (âThe Ponder Heartâ, âAffair of Honorâ, âThe Loud Red Patrickâ [auch Produktion] und âUncle Willieâ) inszenierte. Seit Jahresbeginn 1957 begann sich Douglas auf die Arbeit hinter der Kamera zu konzentrieren. FĂŒr das Fernsehen drehte er ein Vierteljahrhundert lang (letzte Arbeit: âFameâ) ĂŒber 200 Folgen beliebter Serien, ĂŒberwiegend aus dem Kriminal- und Detektivgenre (â77 Sunset Stripâ, âCannonâ, âQuincyâ, âBarettaâ, âDan Augustâ, âThe Alfred Hitchcock Hourâ, âFuture Copâ, âColumboâ, âF.B.I.â, âKobra, ĂŒbernehmen Sieâ, âAuf der Fluchtâ, âDie StraĂen von San Franciscoâ). Gelegentlich versuchte er sich auch im Serienwestern (âMaverickâ, âDie Leute von der Shiloh Ranchâ). 1964 kehrte Douglas fĂŒr eine Kinoregie â das 64 Minuten kurze Spionagefilmchen âNight Train to Parisâ â nach London heim. Zuletzt, in den 1970er Jahren, sah man Douglas noch in der einen oder anderen US-Fernsehproduktion (darunter ein âColumboâ-Serienkrimi) als Schauspieler.