
Sound
Idir (Amazigh: ⵉⴷⵉⵔ, Arabisch: إدير), mit bürgerlichem Namen Hamid Cheriet, wurde 1949 in Aït Lahcène, 35 km von Tizi-Ouzou in Algerien, geboren. Er ist ein algerischer Sänger, Liedermacher und Musiker, der in der kabylischen Sprache singt. Idir wurde 1949 im Dorf Aït Lahcène im Djurdjura-Gebirge der Kabylei geboren. Als Sohn eines Hirten wuchs er in einem Umfeld auf, in dem Berberdichtung und -kultur eine zentrale Rolle spielten, in dem Kabylisch gesprochen wurde und in dem lokale Traditionen seine musikalische Fantasie beflügelten. Von Anfang an war seine Welt von den Stimmen der Frauen in seinem Umfeld geprägt: „Ich hatte das Glück, eine Großmutter und eine Mutter zu haben, die Dichterinnen waren“, sagte er später und fasste damit die Bedeutung weiblicher Stimmen für seine künstlerische Entwicklung zusammen. Idir studierte Geologie und wollte ursprünglich in der algerischen Ölindustrie arbeiten. 1973 entdeckte er die Musik eher zufällig bei Radio Algier, als er kurzfristig für einen erkrankten Sänger einsprang und ein von ihm komponiertes Wiegenlied vortrug. Dieser Auftritt wurde schnell zu seinem ersten Radiohit: „Rsed A Yidess“ (Möge der Schlaf kommen). Kurz darauf nahm er „A Vava Inouva“ auf, ein weiteres Wiegenlied, das zu einem seiner bekanntesten Lieder werden sollte. Der Erfolg war sofort da und reichte weit über die Grenzen Algeriens hinaus. Während seiner zweijährigen Militärzeit hörte Idir sich im Radio und beobachtete die Resonanz, die sein Repertoire national wie international hervorrief. 1975 ging er auf Einladung des Plattenlabels Pathé Marconi nach Paris, um sein erstes Album aufzunehmen. Der Titel „A Vava Inouva“ wurde ein Welthit, in 77 Ländern ausgestrahlt und in rund fünfzehn Sprachen übersetzt. Diese internationale Anerkennung etablierte Idir als eine der prägendsten Figuren der Berber- und Maghrebinischen Musik des 20. Jahrhunderts und ebnete den Weg für eine breitere Präsentation berberischer Klänge auf der Weltbühne. Idir verfolgte eine äußerst produktive Karriere, veröffentlichte zahlreiche Alben und tourte ausgiebig. Er wurde zu einer wichtigen Bezugsperson für nachfolgende Generationen von Künstlern der Berbersprache. Sein Werk ist geprägt von einem tiefen kulturellen und identitätsstiftenden Engagement, oft in einem schwierigen Umfeld, in dem indigene Sprachen und Traditionen von der Marginalisierung bedroht waren. Zeit seines Lebens gelang es Idir, Erinnerung und Universalität in Einklang zu bringen und sicherzustellen, dass die Geschichten seines Landes und seiner Sprache von einem äußerst vielfältigen Publikum gehört wurden. Seine Musik verband traditionelle Kabylische Klänge mit zeitgenössischen Einflüssen und verkörperte so eine offene und moderne musikalische Identität. Idir starb am 2. Mai 2020 im Bichat-Krankenhaus in Paris an den Folgen einer Lungenfibrose, gegen die er mehrere Monate gekämpft hatte. Am 13. Mai wurde er auf dem Friedhof Père-Lachaise (85. Abteilung) beigesetzt. Nach seinem Tod zollten ein breites Publikum sowie zahlreiche Künstler und Journalisten einem Musiker Tribut, der die algerische Musik bereicherte und ein bleibendes Vermächtnis hinterließ: eine Diskografie, die dazu beitrug, die Musik der Kabylei einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.