
Ungreifbar, allen Kategorien fremd zu bleiben, das muss den niederbayerischen Schauspielexzentriker Alfred Edel (1932–1993) angetrieben haben. Alexander Kluge entdeckte ihn für Abschied von gestern (1966), in den 1970er- und 1980er-Jahren stieg Edel zum gut gebuchten Darsteller des Neuen Deutschen Films auf, spielte kuriose Nebenrollen auch in Filmen von Herzog, Klick, Syberberg, Treut, Achternbusch, Straub/Huillet und Schlingensief. Wobei: Spielen ist nicht der richtige Ausdruck für das, was Edel vor der Kamera tat. Denn er trat stets nur in jene Kunstfigur über, die er – wenn sie mit ihm nicht ohnehin ident war – früh für sich erfunden haben musste. Denn Edel war Edel, in welchen Zusammenhängen er auch auftrat.
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